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Eine Gemeinschaftsstudie der Columbia University in New York
City und der University of Sao Paolo, Brasilien (Dr.Steve
A.Kaplan et al.) berichtet, daß Viagra nur in sehr
beschränkter
Weise die Sexualfunktion bei Frauen nach der Menopause verbessert.
Die Autoren untersuchten die Wirksamkeit von Viagra bei 33
postmenopausalen Frauen, die über sexuelle Dysfunktion
seit mehr als 6 Monaten berichteten. Alle Frauen nahmen über
einen Zeitraum von 3 Monaten 500 mg Viagra (die gleiche Dosis,
wie bei Männern) ungefähr 1 Stunde vor sexueller
Aktivität ein. Die sexuelle Funktion wurde über
einen Standard-Fragenkatalog erhoben, der jeweils 4, 8 und
12 Wochen nach Therapiebeginn zu beantworten war.
Nur 20% der Frauen berichteten über eine signifikante
Verbesserung ihrer sexuellen Dysfunktion, wobei Dr.Kaplan
einschränkend darauf hinweist, daß dieser Wert
einer Placebo-Wirkung entspricht, die auch in ähnlichen
Studien bei Männern beobachtet wurde. Die vaginale Sekretion,
der Orgasmus und die klitorale Stimulation verbesserten sich
demnach um 23.2%, 7.4% und 31.3%, jedoch ist keinem dieser
Werte eine statistische Signifikanz beizumessen, da sie auch
nur zufällig aufgetreten sein können.
Sieben der Probandinnen berichteten über klitorale Hypersensibilität
und Unbehagen, weswegen sich in Folge drei Frauen von der
Studie zurückzogen. Sonst wurde Viagra im allgemeinen
gut vertragen, eine kleine Zahl der Patienten berichtete über
Kopfschmerzen, Schwindel und Magenbeschwerden.
Viagra erhöht die Durchblutung der Klitoris, was jedoch
nicht mit einer Verbesserung der sexuellen Befriedigung einhergeht.
Schließlich kann weder eine Steigerung der klitoralen
Stimulierbarkeit noch der vaginalen Sekretionsfähigkeit
bei Frauen mit einem generell verminderten Bedürfnis
nach sexueller Aktivität zu einer Verbesserung führen,
so Dr.Kaplan. Obwohl diese Ergebnisse die Verwendbarkeit von
Viagra bei weiblichen sexuellen Dysfunktionen einschränken,
hofft Dr.Kaplan, daß die Studie den Anstoß zur
Untersuchung neuer Substanzen gibt, um ein bislang zu wenig
beachtetes Leiden zu behandeln.
Quelle:Urology 1999;53:481-486 |