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01.06.2006
Untersuchung der Spermien
Erst wenn jahrelange, aufwendige Behandlungen bei der Partnerin nicht "fruchten", lässt sich der verhinderte "Erzeuger" untersuchen, kritisierten Mediziner.
Wiener Ärzte rieten dem starken Geschlecht zu einer "unkomplizierten Untersuchung" der männlichen Geschlechtszellen, einem so genannten Spermiogramm. Dieses sei nicht schmerzhaft, jedoch sehr aussagekräftig und die Ejakulation zur Probennahme dürfte den Männern wohl kaum unangenehm sein, sagte der Badener Urologe Claus Riedl.
Frauen nur zu 28 Prozent betroffen
Tatsächlich liegt die Ursache für Kinderlosigkeit laut ÖBIG-Daten nur zu 28 Prozent bei der Frau oder würde beide Partner betreffen (zwölf Prozent).
Versagensängste und sozialer Druck
"Das Spermiogramm schmerzt den Mann nicht, aber es trifft ihn in seinem Innersten zu hören, dass er nicht zeugungsfähig ist", erklärte der Eugen Plas, Urologe am Wiener Krankenhaus Hietzing.
Wenn das hergerichtete Kinderzimmer leer bleibt, würden sich Versagensängste, Verlustgefühle und großer sozialer Druck einstellen, was bis zur Trennung des Paares führen kann, sagte die Psychotherapeutin Gerti Senger.
300.000 Paare warten auf ein Kind
In Österreich warten rund 300.000 Paare auf ein Kind. Ursachen für viele unerfüllte Kinderwünsche sehen die Mediziner in einem geänderten Lebensstil, der Kinderkriegen der Karriere und Freizeit nachstellt.
Fruchtbarkeitspille für den Mann
Zu den herkömmlichen Methoden der künstlichen Befruchtung außerhalb des Körpers oder der Injektion von zeugungsfähigen Spermien soll nun eine Behandlung mit Medikamenten das Kinderkriegen erleichtern.
Eine neue "Fruchtbarkeitspille für den Mann" enthält natürliche Inhaltsstoffe wie Zink, Vitamin E und Folsäure und soll sich in einer Versuchsreihe mit 30 Teilnehmern positiv auf die Qualität des Spermas ausgewirkt haben.
"Es gibt eine Menge zu tun bevor die Gene weitergegeben werden", sagte Riedl. Das Durchschnittsalter der Erstgebärenden liege derzeit bei 28 Jahren.
"Wir gehen davon aus, dass es steigen wird", erklärte der Wiener Gynäkologe Heinz Strohmer.
orf.at
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