Washington, 19. Mai
2003
Einer neuen Studie der Environmental Working
Group (EWG)
zufolge sind beschichtete Teflon-Kochtöpfe und Pfannen
auch im Hausgebrauch bereits gesundheitsgefährdend.
Der Hersteller, der Chemiekonzern DuPont, hatte immer abgestritten,
dass das Kochgeschirr im
Hausgebrauch gefährliche toxische Substanzen abgibt,
berichtet das Environmental
News Service ENS.
DuPont behauptet, dass die Temperaturen, die das Geschirr
beim Kochen erreicht nicht hoch genug wäre, um die gefährliche
Stoffen aus der Beschichtung zu lösen. Nach Angaben der
EWG erreichen die beschichteten Pfannen aber im Hausgebrauch
bereits nach zwei bis fünf Minuten Temperaturen, die in
der Lage sind, Toxine zu erzeugen. Diese Gifte können
zum Beispiel Vögel töten und beim Menschen zum sogenannten "Polymeren
Fieber" führen. Chemiker des EWG hatten in verschiedenen
Tests die Emission der toxischen Stoffe nachgewiesen und sofort
bei der US-Consumer Product Safety Commission (CPSC) Anzeige
erstattet. Die EWG fordert in der Petition, dass sämtliche
Kochgeräte, die Polytetrafluorethylen enthalten, dazu
zählt auch Teflon, eine Gesundheitswarnung enthalten müssen.
Beim Erhitzen auf Temperaturen über 237 Grad Celsius entstehen
bereits Dämpfe, die einen Vogel töten können
und auch beim Menschen zu Gesundheitsrisiken führt. DuPont
hat den Zahlen entgegengehalten, dass ein Gesundheitsrisiko
erst bei Temperaturen von 350 Grad Celsius auftreten würde.
Bis zu Temperaturen von 260 Grad Celsius bleibt die Antihaft-Beschichtung
nach Angaben des Chemiekonzerns völlig intakt. Höhere
Temperaturen würden bei normalen Hantieren auf der Oberfläche
auch kaum auftreten, hält DuPont der Kritik entgegen.
Die EWG argumentiert, dass beim Vorheizen von Pfannen diese
Temperaturen leicht erreicht werden können. Bei Tests
konnten die EWG-Forscher feststellen, dass beschichtete Bratpfannen
innerhalb von fünf Minuten eine Temperatur von über
380 Grad erreichen können. Bei knapp 360 Grad Celsius
hatte eine Teflon-Pfanne mindestens sechs giftige Gase ausgeschieden:
Zwei davon sind karzinogen, zwei sind als globale Umweltgifte
bekannt und ein weiterer Stoff namens MFA, ein Fluoropolymer,
ist bereits in geringer Dosis letal für den Menschen.
Die EWG hatte bereits im April eine Anzeige bei der US-Umweltschutzbehörde EPA eingebracht.
Darin wird dem Chemiekonzern DuPont vorgeworfen, dass es
jahrelang wichtige Dokumente zurückgehalten
hat. Im konkreten Fall ging es um das Auffinden der gefährlichen
und giftigen Substanz Perfluoroctansäure (PFOA), die
im Nabelschnurblut eines Neugeborenen einer DuPont-Mitarbeiterin
gefunden wurde. (pte berichtete)