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Bochum (pte, 05. Okt 2004)
Der Geruchssinn des Menschen
galt lange Zeit als der "verlorene
Sinn", weil er im Laufe der Evolution zwei Drittel seiner Riechrezeptoren
eingebüßt hat. Trotzdem sind diese Rezeptoren die größte Genfamilie
im menschlichen Genom. 350 verschiedene Riechrezeptor-Eiweiße
dienen der Wahrnehmung von Mio. von Düften. Durch den Einsatz
molekularbiologischer Techniken, "sniffing"-Riechtests an Probanden
und der Messung der elektrischen Aktivität der menschlichen
Riechschleimhaut konnten die Forscher nachweisen, dass der
so genannte "Maiglöckchenrezeptor" (hOR17-4) aus Spermien auch
in Riechzellen der Nase produziert wird.
Diese Erkenntnis könnte eine Diagnostizierung von Fertilitätsstörungen anhand
von Riechtests ermöglichen. Ist die Unfruchtbarkeit auf einen genetischen Defekt
zurückzuführen, funktionieren die Rezeptoren weder in der Nase noch bei den Spermien.
Wenn also die Nase keinen Maiglöckchenduft wahrnehmen kann, können das Spermien
auch nicht. Dieser Defekt hat allerdings zur Konsequenz, dass die Spermien auch
nicht zur Eizelle finden.
"Da in menschlichen Spermien noch weitere Riechrezeptoren
vorkommen, mit vermutlich unterschiedlicher Funktion, wird nach Identifizierung
der entsprechenden Düfte ein ganzes Set an diagnostischen Werkzeugen zur Verfügung
stehen, die Ursachen für Unfruchtbarkeit zu entdecken", so Hatt.
Ein weiterer
Ansatzpunkt ist die Verwendung eines wirksamen "Blockierers" für einen bestimmten
Duft. So können unangenehme Gerüche, die im Rahmen von Produktionsprozessen vorkommen
oder auf natürliche Art entstehen, ausgeschaltet werden, ohne dass der gesamte
Geruchssinn ausgeblendet wird, wie es beim Zuhalten der Nase der Fall ist.
pressetext.deutschland
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