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Evanston (pte, 11. Dez 2003)
Stress
in der richtigen Dosierung kann durchaus Vorteile haben.
Wissenschaftler der Northwestern
University haben nachgewiesen, dass erhöhte Mengen bestimmter
schützender Proteine die Langlebigkeit fördern. Diese Proteine,
die so genannten molekularen Begleiter, reagieren in der
Zelle auf Stress. Akuter Stress löst eine stufenförmige Reaktion
in den Zellen aus, die zur Instandsetzung oder zur Entfernung
von beschädigten Proteinen führt und so einen Zellschaden
verhindert oder verzögert. Die Ergebnisse der Studie wurden
in dem Fachmagazin Molecular
Biology of the Cell veröffentlicht.
Der Biologe Richard I. Morimoto erklärte, dass gelegentlicher Stress oder ein
anhaltend niedriger Stresslevel eine schützende Funktion haben können. "Die kurze
Belastung durch umweltbedingten oder physiologischen Stress ist auf lange Sicht
für die Zelle von Vorteil." Zu diesen Stressfaktoren gehören erhöhte Temperaturen,
Belastungen durch Sauerstoff, bakterielle und virale Infektionen und durch Giftstoffe
wie Schwermetalle. Das Masterprotein Hitzeschock-Faktor erkennt den Stress und
reagiert durch die Aktivierung von Genen, die die molekularen Begleiter kodieren.
Morimoto untersuchte gemeinsam mit James F. Morley den Rundwurm C. elegans. Wurde
der Hitzeschock-Faktor bei erwachsenen Würmern in zu geringem Ausmaß exprimiert,
wurde die Langlebigkeit unterdrückt. Eine erhöhe Expression führte zu einem Ansteigen
der Lebensdauer. Laut Morimoto ist diese Hitzeschock-Reaktion bei allen Lebensformen
auf der Erde gleich.
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