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NIJMEGEN, 08.04.2005
Schon lange vor der Menopause
nimmt die Fruchtbarkeit der Frau ab. Nach den Daten des OMEGA-Projekts,
das die Behandlungsergebnisse
aller niederländischen IVF-Kliniken zusammenfasst, sinken die
Chancen einer Frau auf eine erfolgreiche IVF mit jedem Lebensjahr
um zwei Prozent. Das Alter ist aber nur einer von vielen Faktoren.
Bea Lintsen von der Radboud Universität in Nijmegen teilte
die Kohorte von 8 457 Frauen, die wegen Kinderwunsch in Behandlung
waren, in vier Gruppen auf: „Probleme mit dem Eileiter“, „andere
Gründe bei der Frau“ (meistens polyzystische Ovarien oder Endometriose), „männliche
Subfertilität“ oder „unbekannte Gründe“. In dieser letzten
Gruppe sind die Erfolgschancen am größten.
Die Lebendgeburtenrate
pro Zyklus betrug 17,8 Prozent, bei Tubenstörungen sind es
14,6 Prozent und bei männlicher Subfertilität 13,6 Prozent.
Die Kategorie der „unklaren Ursache“ lässt erahnen, dass es
neben den organischen Störungen noch andere Gründe für die
Misserfolge der IVF geben muss.
Den Autoren fiel bei der Analyse
auf, dass ungewöhnlich viele Frauen (40 Prozent) Raucherinnen
waren. Mehr als sieben Prozent waren mit einem Bodymass-Index
von 27kg/m2 oder mehr übergewichtig. Beides hatte in allen
vier Kategorien einen Einfluss auf die IVF.
Bei Raucherinnen
sankt die Erfolgsrate um 28 Prozent (Odds Ratio OR 0,72; 95-Prozent-Konfidenzintervall
0,61-0,84). Außerdem war die Abortrate mit 21,4 Prozent deutlich
höher als bei Nichtraucherinnen (p=0,02). Am deutlichsten war
der Unterschied bei den Frauen mit einer unbekannten Ursache
der Subfertilität.
Hier betrug die Erfolgsrate bei Raucherinnen
nur 13 Prozent im Vergleich zu 20 Prozent bei Nichtraucherinnen.
Bei übergewichtigen Frauen war die IVF zu 33 Prozent seltener
erfolgreich (OR 0,67; 0,48-0,94). Auch hier war der Unterschied
in der Kategorie „unbekannte Ursache“ am größten.
Übergewicht
senkt die Erfolgsrate von 18 auf 14 Prozent. Am besten waren
die Chancen mit 21 Prozent übrigens bei leichtem Übergewicht.
Die Kohortenstudie legt eine einfache und möglicherweise effektive
Behandlung bei Subfertilität nahe. Wenn die IVF-Experten Recht
haben, dann könnte der Verzicht auf Zigaretten und überflüssige
Pfunde die Dienste der Fertilitätsmediziner in vielen Fällen überflüssig
machen.
Links zum Thema
Abstract der Studie in Human
Reproduction
Pressemitteilung der ESHRE
Pressemitteilung
des UMC (niederländisch)
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