Tokio/London (pte, 18. Juni 2003)
Frauen,
die täglich drei bis vier Tassen Miso-Suppe essen, können
das Brustkrebsrisiko nach neuesten Studienergebnissen dramatisch
senken. Wissenschaftler am Japanischen
National Cancer Center haben
den Speiseplan von über 21.000
Japanerinnen über einen Zeitraum von zehn Jahren
untersucht, berichtet BBC-Online.
Die Miso-Suppe besteht aus fermentierter Sojapaste und
enthält
Seegras, Tofu und Gemüse. Die meisten Japaner essen die
Suppe mindestens einmal täglich. Bereits in vorangegangenen
Studien konnten Forscher entdecken, dass Sojabohnen so genannte
Isoflavone enthalten. Diese chemischen Verbindungen imitieren
die Wirkungen des weiblichen Sexualhormons Östrogen. Die
Isoflavone sind auch in anderen Pflanzen enthalten, aber ihre
Konzentration ist in Sojabohnen am höchsten. Die Forscher
glauben, dass dieser Stoff Brustkrebs verhindern kann, weil
er die krebserregenden Effekte des Östrogens blockiert.
Die Studie an 21,852 Frauen im Alter zwischen 40 und 59
Jahren hatte deutlich gemacht, dass der Konsum von drei
Tassen Misosuppe
täglich das Brustkrebs-Risiko um bis zu 40 Prozent verringert,
verglichen mit jenen Frauen, die nur eine Tasse der Suppe aßen.
Schon zwei Tassen Suppe täglich reduzierte das Risiko
um 26 Prozent. Dabei stellte Studienleiter Seiichiro Yamamoto
fest, dass ein zu hoher Konsum der Suppe aber auch nachteilige
Folgen für die Gesundheit haben kann: Der Salzgehalt der
Suppe selbst und des Seegrases sei relativ hoch. Yamamoto rät
dazu, auf andere Produkte aus Sojabohnen auszuweichen. "Dies
bestätigt die hohe Qualität der traditionellen japanischen
Küche", so der Forscher. Yamamoto will weitere Untersuchungen
durchführen, welche Substanzen positiv wirken. Das Ergebnis
der Untersuchung wurde auch im Journal des britischen National
Cancer Institute veröffentlicht.