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hormonersatztherapie

Krebshilfe
warnt vor
Hormonersatztherapie

Brustkrebssrisiko und erhöhte Sterblichkeit bewiesen

 
 

London/Wien (pte, 18. Aug 2003)

Die Österreichische Krebshilfe warnt Frauen vor einer Hormonersatztherapie. Grund dafür ist ein im Wissenschaftsmagazin Lancet veröffentlichter Artikel zum Thema Brustkrebserkrankung und Hormonersatztherapie. Nach neuesten Studien steigt das Risiko nach einer solchen Therapie an Brustkrebs zu erkranken um 66 Prozent.

Bei der bisher weltweit größte Untersuchung zur Frage der Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Formen einer Hormonersatztherapie im Wechsel und der Anzahl an Brustkrebserkrankungsfällen und auch der Sterblichkeit an Brustkrebs wurden von 1996 bis 2001 über eine Mio. Frauen zwischen 50 und 64 Jahren befragt. Thema war die Frage nach der Art, Länge und Dosierung der Hormonersatztherapie. Bei dieser Untersuchung konnte nach einer Beobachtungszeit von 2,6 Jahren gezeigt werden, dass sich das Risiko der Brustkrebserkrankung für jene Frauen, die unter einer Hormonersatztherapie stehen, um insgesamt 66 Prozent gegenüber Frauen, die sich nie einer Hormonersatztherapie unterzogen haben, erhöht. Nach der Studie ist aber das Risiko nach dem Absetzen der Therapie nicht mehr erhöht. Sukkus der Untersuchung war aber, dass jede Art der Hormonersatztherapie zu einem erhöhten Risiko führt, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß.

Am schlechtesten schnitt die Östrogen/Gestagentherapie (Erhöhungsrisiko um 44 Prozent) und Tibolon (Erhöhung um 45 Prozent) ab. Im Vergleich dazu führte eine reine Östrogentherapie, wie sie bevorzugt bei Frauen ohne Gebärmutter eingesetzt wird, zu einem um 30 Prozent erhöhten Risiko. Alle übrigen Hormonersatztherapien führten zu einer Erhöhung um 44 Prozent. Je länger die Hormonersatztherapie durchgeführt wird, desto größer wird das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, ergab die Studie.

Die Österreichische Krebshilfe empfiehlt folgende Konsequenzen aus dem Studienergebnis:

Frauen unter einer laufenden Hormonersatztherapie sind über diese Ergebnisse durch ihren behandelnden Arzt zu informieren und es sollte versucht werden, die Therapie zu beenden.

Bei Frauen mit Wechselbeschwerden, vor allem Wallungen, Nachtschweiß und Stimmungsschwankungen, sollte mit Behandlungsalternativen wie pflanzlichen Produkten, Homöopathie, Lebensstiländerungen und Sport begonnen werden, auch wenn damit gegenüber einer Hormonersatztherapie nicht die selben Behandlungserfolge zu erzielen sind.

Eine Hormonersatztherapie sollte erst dann zum Einsatz kommen, wenn sich die Frau nach ausführlicher Information und Aufklärung über das Brustkrebserkrankungsrisiko dennoch auf Grund der Beschwerdesymptomatik zu dieser Behandlung entschließt. Gegen ein erhöhtes Osteoporoserisiko sind verfügbare Behandlungsalternativen einer Hormonersatztherapie vorzuziehen.