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Allen, die sich für die bevorstehende Fastenzeit den Verzicht auf süße Speisen und Getränke vorgenommen haben, empfehlen niederländische Ernährungsforscher ab und zu eine Tasse heiße Schokolade oder den Verzehr kakaohaltiger Produkte. Dies war in einer prospektiven Kohortenstudie in den Archives of Internal Medicine (2006; 166: 411-417) mit einem niedrigeren Blutdruck und einer um die Hälfte reduzierten kardiovaskulären Sterblichkeit assoziiert.
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Bilthoven/Niederlande, 28. Februar 2006
Epidemiologen untersuchen in der niederländischen Kleinstadt Zutphen (Provinz Geldern) seit 1985 die Ess- und Trinkgewohnheiten der älteren Einwohner. Unter Ernährungswissenschaftlern gelten sie als repräsentativ für die nicht unbedingt gesunde Kost des Mitteleuropäers aus Fleisch, Butterfett und Kartoffeln und der geringen Zufuhr von Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Ballaststoffen. Frühere Studien zu der Kohorte hatten bereits gezeigt, dass mehr Fisch die Rate der kardiovaskulären Erkrankungen senken würde. Eine ähnlich gute protektive Wirkung könnte Kakao haben, wenn die Ergebnisse einer Beobachtungsstudie tatsächlich zutreffen sollten.
Brian Buijsse vom Nationalen Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt der Niederlande in Bilthoven hat die Daten von 470 älteren und zu Beginn der Studie kardial gesunden Männern untersucht. Sie wurden seit 1985 im Rahmen der Zutphen Elderly Study nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und medizinisch untersucht. Ein Drittel nahm keine Kakaoprodukte zu sich. Bei den anderen betrug die tägliche Zufuhr von Kakao in Nahrungsmitteln oder Getränken im Durchschnitt 2,11 Gramm pro Tag. Diese Kakao-Liebhaber hatten in den Folgeuntersuchungen einen im Durchschnitt um 3,7 mm Hg niedrigeren systolischen und einen um 2,1 mm Hg niedrigeren diastolischen Blutdruck. Das sind geringe Unterschiede, die aber auch in anderen Studien der Hochdruckforschung bereits mit deutlichen Änderungen in der Erkrankungswahrscheinlichkeit assoziiert waren.
Von den 470 älteren Teilnehmern der Zutphen Elderly Study sind inzwischen 314 gestorben, davon 152 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Verglichen mit dem Drittel mit der niedrigsten Kakao-Zufuhr, hatten Männer im oberen Drittel der Kakao-Zufuhr ein um 50 Prozent niedrigeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben (Odds Ratio OR 0,50; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,32-0,78; p = 0,004). Auch die Gesamtsterblichkeit war um 47 Prozent niedriger (OR 0,53; 0,39-0,72; p < 0,001).
Positive Wirkungen von Kakao auf die Herzkreislaufgesundheit werden laut Buijsse seit dem 18. Lebensjahr diskutiert. Wissenschaftliche Beweise dafür gab es bisher jedoch nicht. Ernährungsforscher vermuten, dass die protektive Wirkung durch den hohen Gehalt an Flavan-3-ol zustande kommt. Kakao enthält höhere Konzentrationen dieses Flavonoids als grüner Tee und Rotwein.
Links zum Thema
Abstract der Studie
http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/short/166/4/411
Pressemitteilung der Archives
http://pubs.ama-assn.org/media/2006a/0227.dtl#cocoa
Hintergrund der Zutphen Elderly Study
http://www.epi.umn.edu/
Homepage der Gemeinde Zutphen
http://www.zutphen.nl/
Informative Homepage eines Kakao-Liebhabers
http://www.theobroma-cacao.de/
aerzteblatt.de
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