Die Resultate einer in der aktuellen Ausgabe des New England
Journal of Medicine publizierten Studie (Dr. James E. Hoddow
et al., Foundation of Blood Research in Scarborough, Maine)
zeigen, daß bei sieben- bis neunjährigen Kindern
von Müttern mit unbehandelter Hypothyreose IQ-Werte
diagnostiziert werden, die um durchschnittlich sieben
Punkte niedriger liegen,
als bei Nachwuchs von Frauen ohne Schilddrüsendefizienz
während der Schwangerschaft.
Haddow et al. screenten Blutproben von 25.216 schwangeren
Frauen, die zwischen Jänner 1987 und März 1990 gesammelt
wurden. Bei 62 Frauen konnte eine Hypothyreose diagnostiziert
werden, wobei 48 keine entsprechende Therapie erhielten. Die
Wissenschafter testeten die neuropsychologische Entwicklung
des Nachwuchses dieser 62 Frauen und verglichen diese mit
jenem von 124 Kindern von Müttern ohne Hypothreose.
Die Resultate des bei den sieben- bis neunjährigen Kindern
durchgeführten Hamburg-Wechsler Intelligenztests ergaben,
daß die Kinder der 48 unbehandelten schilddrüsendefizienten
Müttern IQ-Werte um durchschnittlich sieben Punkte
niedriger erzielen als der Nachwuchs der Vergleichsgruppe.
Bei Therapie
der Hypothreose sind die IQ-Werte der Kinder vergleichbar.
Schulische Leistungen, allgemeine Aufmerksamkeit, Sprach-
und visuell-motorische Performance sind ebenfalls bei Kindern
hypothyreotischer Müttern beeinträchtigt.
Quelle:
NEJM; 1999, 341: 549-555