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Hormonersatztherapie Hirnschlaggefahr

Hormonersatztherapie
in Menopause erhöht
Hirnschlaggefahr

 


Hinweise auf unerwünschte Effekte der Hormongaben häufen sich - 56 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für tödlichen Gehirnschlag

 
 

London, 09. Jänner 2005

Die Hormonersatztherapie, der sich viele Frauen in den Wechseljahren unterziehen, erhöht nach einer umfangreichen britischen Studie die Hirnschlaggefahr. Nach der Auswertung von 39.769 Fällen aus 28 verschiedenen Einzelstudien müsse allen Frauen mit erhöhtem Hirnschlag-Risiko von dieser Therapie abgeraten werden, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Beitrag der Fachzeitschrift "British Medical Journal". Frühere Annahmen, die Hormonersatztherapie könne die Hirnschlag-Gefahr bei Frauen drosseln, erwiesen sich demnach als falsch.

56 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für tödlichen Gehirnschlag

Bei Frauen, die in den Wechseljahren auf Hormonersatz verzichteten, betrug das Hirnschlag-Risiko zwei Prozent. Bei den Frauen mit Hormonersatztherapie stieg das Risiko um ein Drittel an. Gravierender noch war die Steigerung der Gefahr, dass der Hirnschlag zum Tode führt. Dieses Risiko lag bei den Frauen mit Hormonersatztherapie um 56 Prozent höher.

Die Hinweise auf gravierende unerwünschte Effekte der Hormongaben in der Menopause verdichten sich. Ende vergangenen Jahres hatte eine Studie unter 55.000 Französinnen ergeben, dass das Brustkrebsrisiko durch die Hormongaben um 20 bis 40 Prozent zunahm - je nachdem, wie lange die Hormone genommen werden.

In den Wechseljahren, in denen die Eierstöcke die Produktion reifer Eizellen allmählich einstellen, leiden viele Frauen an Hitzewallungen, Schwindel- und Schweißanfällen, Schlaflosigkeit oder gar Depressionen. Hormonpräparate können dem entgegenwirken, auch nach einer operativen Entfernung von Eierstöcken. Bei Einführung der Therapie in den sechziger Jahren hatte sich das Augenmerk zunächst auf die positiven Aspekte gerichtet. (APA)

© 2005 derStandard.at