San
Diego (pte, 18. April 2003
Mediziner
der San Diego School of Medicine an der University of California
(UCSD)
haben entdeckt, dass durch helles Licht am Morgen die
Produktion
des Luteinisierenden Hormons steigt. Das Hormon wiederum
kurbelt die Ausschüttung von Testosteron in den Hoden
an. Fazit der Forscher: Helles Licht steigert die Hormonproduktion
und eine Lichtbehandlung könnte vielleicht die Libido
ebenso ankurbeln wie Hormonpräparate. Gebildet wird
das Hormon, das bei beiden Geschlechtern die Produktion
von Geschlechtshormonen kontrolliert, von der Hirnanhangsdrüse
(Hypophyse).
Der Psychiater Daniel Kripke und seine Kollegen bestimmten
die Konzentration des Luteinisierenden Hormons (LH)
im Urin von elf Männern im Alter zwischen
19 und 30 Jahren über einen Zeitraum von fünf Tagen. Sie wurden zwischen
fünf und sechs Uhr morgens eine Stunde lang starkem oder schwachem Licht
ausgesetzt. Nach der Behandlung mit starkem Licht waren die LH-Werte um 69,5
Prozent höher als nach einer Behandlung mit schwachem Licht. Die Forscher
maßen auch das Hormon Melatonin, dessen Sekretion bei Dunkelheit ansteigt
und durch Licht sinkt. Tierstudien haben bereits gezeigt, dass die Melatonin-Ausschüttung
die Wirkung von Licht auf das Luteinisierende Hormon bremst. Bei Menschen bestätigte
sich dieser Effekt laut Kripke nicht. Allerdings bekräftigt die Studie die
Ansicht, dass helles Licht bei Frauen den Eisprung, der ebenfalls LH-gesteuert
wird, auslösen kann.
Es ist bereits bekannt, dass helles Licht die Symptome
einer Depression mildern kann. Laut Kripke und seinen
Kollegen könnte eine Lichtbehandlung auch den
Verlust der Libido oder eine verminderte sexuelle Aktivität wieder auf
Vordermann bringen.