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Körpergewicht Hormontherapie Brustkrebsrisiko

Das Körpergewicht,
die Hormontherapie und
das Brustkrebsrisiko

 


Ob eine Frau unter einer Hormontherapie einen Brustkrebs entwickelt, könnte unter anderem vom Körpergewicht abhängen. Dies zeige eine neue Analyse der EPIC-Studie im International Journal of Cancer Online (DOI: 10.1002/ijc.20315), die bestätigt, dass Übergewicht der wichtigste modifizierbare Risikofaktor für das Mammakarzinom ist.

 
 

POTSDAM, 18.05.2004

Die European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Studie ist eine 1992 begonnene prospektive Beobachtungsstudie mit 519 000 Studienteilnehmerinnen aus zehn europäischen Ländern. Ihr Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs und anderen chronischen Erkrankungen aufzudecken. Dazu gehört auch der Einfluss anthropometrischer Größen auf das Brustkrebsrisiko. Bekannt war, dass eine Adipositas das prämenopausale Brustkrebsrisiko senkt, während das Risiko nach der Menopause mit Body-Mass-Index (BMI) steigt, was mit der Produktion von Östrogenen im Fettgewebe zusammenhängen soll.

Die neue Analyse von Petra Lahmann vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam Rehbrücke (DIfE) und Mitarbeitern bestätigt den Einfluss des Körpergewichts. Übergewichtige Frauen haben nach der Menopause ein deutlich erhöhtes Brustkrebsrisiko. Doch was passiert, wenn die Frauen nach der Menopause im Rahmen der Hormontherapie zusätzlich Östrogene einnehmen. Für postmenopausale Frauen mit einem Body-Mass-index von über 30 kg/m2 spielen die zusätzlichen Hormone kaum eine Rolle. Ihr relatives Risiko auf ein Mammakarzinom ist allein durch das Übergewicht um 23 Prozent erhöht (relatives Risiko 1,23; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,00-1,59), unabhängig davon, ob sie zusätzlich Hormone einnehmen oder nicht. Anders ist dies bei Frauen, die nach der Menopause schlank geblieben sind. Hier erhöht die Hormongabe das Brustkrebsrisiko. Die Verteilung des Körperfetts ist ebenfalls von Bedeutung. Dabei scheint ein großer Hüftumfang das Brustkrebsrisiko bei postmenopausalen Frauen zu erhöhen, die keine Hormone einnahmen. Dagegen hat die Taillenweite keinen unabhängigen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko, weder bei prä- noch bei postmenopausalen Frauen.

Auch die Körpergröße beeinflusst das Brustkrebsrisiko. Große Frauen erkranken häufiger als kleine. Nach der Menopause ist der Einfluss größer als vor der Menopause. Der Grund ist unklar, aber es könnte sein, dass unabhängige Faktoren gleichzeitig das Knochenwachstum und den Brustkrebs fördern. Diskutiert werden Geburtsgewicht, Ernährung, Infektionen, Energiebalance und Wachstumsfaktoren.

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