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Berlin (rpo), 04.03.04
Das sagte Rolf R. Olbrisch, Präsident der Vereinigung der
Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC), am Donnerstag
in Berlin. Das Fettsaugen sei der gefragteste kosmetische Eingriff
in Deutschland.
Danach folgten Lidkorrekturen und Brustvergrößerungen. Insgesamt entfielen 85
Prozent der kosmetischen Operationen auf Frauen. Männer seien ängstlicher und
würden sich eher mit ihrem Äußeren zufrieden geben. An erster Stelle stünden
bei den Herren Nasenformkorrekturen.
Zu den Komplikationen beim Fettsaugen gehörten neben hässlichen Dellen und Löchern
die Verletzung von inneren Organen durch die "gefährlich langen und dünnen Saugkanülen",
betonte der Experte.
Ein Durchstoßen des Bauchgewebes ins Rippenfell könne zu einer tödlichen Infektion
führen. In den vergangenen zehn Jahren seien bundesweit 14 Menschen "bei dieser
nicht lebensnotwendigen Operation" gestorben. Insgesamt weise das Verfahren eine
Komplikationsrate von neun Prozent auf.
Der Mediziner appellierte an die Patienten,
sich vor dem Eingriff nach Ausbildung und Erfahrung des behandelnden Arztes zu
erkundigen. Bei den Vereinigungen der ästhetisch-plastischen Chirurgen seien
entsprechende Listen abrufbar.
Angesichts der stetig steigenden Nachfrage würden immer mehr Ärzte auch anderer
Fachgebiete diese Methode anbieten, die sich das notwendige Wissen jedoch lediglich
in Crashkursen angeeignet hätten. Dieses komplizierte Verfahren könne man jedoch
nicht am Wochenende erlernen, warnte der Experte.
Olbrisch verwies darauf, dass
durch Absaugen von Fett kein Übergewicht behandelt werden kann. Es ließen sich
lediglich "umschriebene Fettpolster" wie die häufig beklagten und meist vererbten
Reiterhosenfettpolster korrigieren. Die Verfahren hätten sich unterschiedlich
entwickelt, sagte der Chirurg.
In jedem Fall werde das zu saugende Fettgewebe
zunächst mit einer wässrigen Lösung aufgefüllt. Dann erst folge die Behandlung
- entweder sofort saugend mit feinen, eventuell vibrierenden Kanülen oder nach
einer Vorbehandlung mit Ultraschall oder Laser. Wichtig sei, nur das Fettgewebe
zu treffen, nicht aber Blutadern oder Nerven.
Derzeit findet in Berlin der Internationale
Kurs zur Fortbildung in Ästhetisch-Plastischer Chirurgie der International Society
of Aesthetic Plastic Surgery (ISAPS) - des internationalen Dachverbands der ästhetisch-plastischen
Chirurgen - statt.
Quelle: http://www.rp-online.de © RP
Online, AFP, ap, ddp, dpa, sid, teleschau-der Mediendienst
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