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Antibabypille erhöht
Krebsrisiko nicht

Schottische Forscher:
46.000 Frauen untersucht

 


Die kurzzeitige Einnahme der Antibabypille erhöht bei Frauen das Krebsrisiko nicht. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam um Philip Hannaford von der University of Aberdeen im British Medical Journal BMJ. Insgesamt hat das Wissenschaftsteam Daten von 46.000 Frauen über einen Zeitraum von 36 Jahren untersucht. Demnach sorgt die Pille, wenn sie bis zu acht Jahre lang eingenommen wird, sogar für ein reduziertes Risiko an Krebs zu erkranken.

 
 

Aberdeen (pte/12.09.2007)

Mit der Studie hat das Forscherteam bisherige Untersuchungen, die von einer Erhöhung des Krebsrisikos nach Einnahme der hormonellen Kontrazeptiva ausgegangen waren, widerlegt. Evident wurde bei der Auswertung der Studie allerdings, dass eine längerfristige Einnahme von mehr als acht Jahren mit einem höheren Krebsrisiko verbunden war. Die Wissenschaftler schreiben allerdings, dass dabei die Tatsache berücksichtigt werden müsse, dass die untersuchten Frauen in erster Linie Antibabypillen der ersten Generation mit deutlich höher dosierten Hormonen einnahmen.

Die Studie, die 1968 begonnen wurde, erfasste Daten von insgesamt 46.000 Frauen. Genau die Hälfte von ihnen nahm hormonelle Kontrazeptiva oder hatte sie zuvor genommen. Die andere Hälfte nahm keine Antibabypille ein. Bis zum Jahr 2004 haben die Wissenschaftler die Krankheitsgeschichten der untersuchten Frauen verfolgt. Dabei wurden Aufzeichnungen praktischer Ärzte und des National Health Service herangezogen. Berücksichtigt wurden dabei Alter, Anzahl der Geburten, Rauchgewohnheiten und sozialer Status sowie Risiken für spezielle Krebserkrankungen als auch das allgemeine Krebsrisiko.

Die Auswertung macht deutlich, dass es insgesamt in der "Pillengruppe" im Vergleich zur Kontrollgruppe kein erhöhtes Krebsrisiko gibt. Vielmehr wurde deutlich, dass die Einnahme der Pille die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken um zwölf Prozent senkt. Das entspricht etwa einem Krebsfall pro 2.200 Frauen und Jahr weniger. Der Effekt ließ sich hauptsächlich auf ein vermindertes Darm-, Gebärmutter- und Eierstockkrebsrisiko zurückführen, eine Wirkung, die auch noch Jahre nach Ende der Einnahme nachweisbar war. Auf die Häufigkeit von Brustkrebs, die in früheren Studien mit den Hormonpräparaten in Verbindung gebracht worden war, hatte das Verhütungsmittel hingegen keinen Einfluss.

Ein Viertel der Frauen nahm die Pille mehr als acht Jahre ein. Bei ihnen zeigte sich ein deutlich höheres Risiko für Gebärmutterhalskrebs und Tumore im zentralen Nervensystem. Trotzdem zeigten die Daten, dass die Pilleneinnahme insgesamt eher von Vorteil als von Nachteil sei. Die Forscher warnen jedoch davor, die gemachten Ergebnisse einfach auf die Jetztzeit zu übertragen. Mittlerweile haben sich nämlich nicht nur die Präparate wesentlich verändert, sondern auch die Dauer der Einnahme sowie andere medizinisch-relevante Faktoren.

Auch der Wiener Gynäkologe Leo Auerbach bestätigt die Untersuchungsergebnisse im pressetext-Interview. "Das Brustkrebsrisiko ist bei der Langzeit-Einnahme nur marginal erhöht", so der Experte. Es gäbe keinen Grund die Pille als Kontrazeptivum abzulehnen, meint Auerbach. "Einer der größten Vorteile der Pille ist aber das deutlich reduzierte Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken. Das muss in aller Klarheit gesagt werden." Die Risikofaktoren, insbesondere das Thromboserisiko, sei in einer Vorab-Untersuchung zu klären. Vorteilhaft sei die Untersuchung nach einer APC-Resistenz. Die APC-Resistenz ist eine Erbkrankheit, die zu einer Veränderung der Blutgerinnung führt. Menschen mit einer APC-Resistenz haben ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose - einen Venenverschluss durch ein Blutgerinnsel. Als eine der besten und anwenderfreundlichsten Kontrazeptiva der jüngeren Generation nennt Auerbach die neuen Hormonringe.

pressetext.austria