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Bislang wurde von vielen Seiten angenommen, dass Alkohol
das Gehirn Ungeborener nur dann schädigen kann,
wenn Schwangere in den ersten Monaten der Schwangerschaft
trinken. Forscher
aus Berlin und den USA haben jetzt festgestellt, dass Alkoholkonsum
im letzten Drittel der Schwangerschaft ebenfalls die
neurologische
Entwicklung des Kindes beeinträchtigt. Ursache ist,
dass die Alkoholmoleküle im Gehirn der Ungeborenen
bei Millionen von Zellen den programmierten Zelltod auslösen.
Die Arbeitsgruppe um Dr. Chrysanthy Ikonomidou vom Virchow-Klinikum
in Berlin und Dr. John W. Olney von der Washington University
School of Medicine in St. Louis, Missouri, hat diese Entdeckung
bei Versuchen mit Neugeborenen Ratten gemacht. Die Tiere befanden
sich in einer Entwicklungsphase, die der Phase im letzten
Drittel der Schwangerschaft bei Menschen entspricht. Kennzeichen
ist die Verknüpfung der entstandenen Neuronen untereinander.
Wie die Forscher berichten, blockieren die Alkoholmoleküle
im Gehirn die Rezeptoren für NMDA (N-Methyl-D-Aspartat)
und aktivieren jene für GABA A (Gamma-Aminobuttersäure).
In der Folge sterben Millionen Nervenzellen, weil durch die
Bindung der programmierte Zelltod ausgelöst wurde. Dies
sei auch bei Ungeborenen zu erwarten, deren Mütter an
einem einzigen Abend über mehrere Stunden Alkohol getrunken
haben.
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2000 www.medaustria.at
Quelle: Science; 2000, 287: 947, 1056
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